Die (A-)Tonalität des Ungeschminkten

Pressefoto: Carolin Bohn

Am 26. August 2017 wird beim Where Swallows Fly Backwards Festival in Wörth ab 17.00 Uhr Raum für musikalische Darbietungen abseits inszenierter Event-Unkultur geschaffen: Zsamm (Maja Osojnik & Patrick Wurzwallner) lässt die Oberfläche klassischer Songstrukturen dahinbröckeln, Baguette frönt dem improvisatorischen Moment, während das Marinski Trio diesen programmatischen Zugang mit sanften Tönen kontrastiert.

Mit Zsamm werden 2017 alle Maßstäbe in Sachen Qualität und musikalischer Schöpfungskraft übertroffen: Wenn Maja Osojnik ihr erstes Solo-Album „Let Them Grow“ gemeinsam mit Patrick Wurzwalllner präsentiert, kratzen sie nicht nur an der Oberfläche bewährter Songschemata, sondern entwickeln das Chanson aus den Bruchstücken musikalischer Entfesselung weiter, um sich auf ein dystopisches, von Improvisation, experimenteller und Neuer Musik geprägtes Terrain zu begeben.

Baguette (Philip Prugger & Manuel Finster), bekannt für das wuchtige und zugleich minimalistische Zusammenspiel von Gitarre und Schlagzeug, präsentiert neues Material und huldigt beim diesjährigen Festival gemeinsam mit dem Visual Artist Herr Leszek dem verletzlichen Moment der Improvisation.

Das Marinski Trio steht hingegen im klaren Gegensatz – mit musikalischer Leichtigkeit und malerischen Texten erfüllt das Trio das Bedürfnis nach verträumter Idylle.

Die Veranstalter-Formation Fragments of an Empire präsentiert einen Auszug aus ihrem kürzlich erschienenen Album „exil“, dessen vielschichtig auszulegender Name auch programmatisch in den Prinzipien des Festivals verankert ist: Mit der Gründung des Vereins Offbeat Ranch, auch Bezeichnung ihres Tonstudios in Wörth bei Gnas, schafft das Kollektiv einen kulturellen Raum fernab bereits etablierter Veranstaltungszentren und damit ein Exil für gelebte künstlerische Freiheit am Land.

Dabei verspricht das Projekt nicht mehr oder weniger zu sein als ein Musikfest im Zeichen der Qualität jenseits von Schall und Rauch. Das Where Swallows Fly Backwards 2017 präsentiert sich geradlinig und prinzipientreu – ohne kommerzielle Verpflichtungen und mit einem Hang zu ungeschminkter (A-)Tonalität.

 

 

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